Verkehrsunfall mit ausgelaufenem Gefahrgut

Ein Gefahrgutunfall hat am Samstag (19.11.2016) ein Großaufgebot der Feuerwehr in Bewegung gesetzt; nahe Breitenwiesen (Gemeinde Weichs) ist gegen 11.10 Uhr ein IBC-Container mit Eisendichlorid von einem landwirtschaftlichen Fahrzeug gekippt, dabei traten rund 800 Liter der Flüssigkeit in das Erdreich sowie einen nahe gelegenen Straßenentwässerungsgraben aus, der infolge in die Glonn mündet.

Da es sich bei Eisendichlorid um einen Stoff handelt, der ätzend wirkt und die Atemwege schädigen kann, war ein Vorgehen zur Schadensstelle für die Feuerwehr nur unter Atemschutz und mit Chemikalienschutzanzügen möglich. Zur Reinigung der vorgehenden Einsatzkräfte wurden Dekontaminationsplätze aufgebaut.

Mit Sperren wurde das Gewässer aufgestaut und in geeignete Behälter abgepumpt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Daneben wurde das betroffene Erdreich abgedeckt und Bindemittel auf der Straße aufgebracht.

In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt wurden Wasserproben an der Glonn im Landkreis Dachau und Freising entnommen, vorsorglich wurden durch das Landratsamt auch die anliegenden Fischereiberechtigten informiert.
Zur Unterstützung der Maßnahmen wurde auch die Analytische Task Force (ATF) aus München alarmiert, welche mit Kräften der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr München anrückte. In einem mobilen Labor der Sondereinheit wurden Wasserproben umgehend auf eine mögliche Belastung untersucht.

Nach der Analyse durch die Spezialisten konnte jedoch am späten Nachmittag Entwarnung gegeben werden; die Messungen haben nur eine geringe Konzentration ergeben, die weit unter schädlichen Grenzwerten liegt. Aufgrund der vergangenen Regenfälle und damit hohen Wasserstände sowie Fließgeschwindigkeit wurde der ausgetretene Stoff stark verdünnt.

Für die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Brotzeit rückte die SEG-Versorgung des BRK an.

Im Einsatz waren insgesamt ca. 150 Kräfte aus den Feuerwehren Weichs, Indersdorf, Vierkirchen, Pasenbach, Giebing, Petershausen, Dachau, Karlsfeld, Hebertshausen, Röhrmoos und Altomünster. Unterstützt wurden sie durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, die Kreisbrandinspektion, die Analytische Task Force aus München sowie das BRK, die Polizei und das Wasserwirtschaftsamt
Aufgrund des erhöhten Koordinierungsbedarfs wurde ein Örtlicher Einsatzleiter bestellt.

Gegen 17.00 Uhr konnten die Sperrungen und Maßnahmen wieder aufgehoben werden und der Großteil der Einsatzkräfte rückte von der Schadensstelle ab.

Einsatzart Technische Hilfeleistung
Alarmierung
Einsatzstart 19. November 2016 11:12
Fahrzeuge HLF 20